Okay. Also, das hier ist mein Handy und ich habe gerade eine halbe leere Tasse Tee hier stehen. Kalt. Egal. Ich wollte eigentlich nur mal aufschreiben, was mit meiner Haut los war und warum ich jetzt dieses komische Rindertalg-Zeug benutze. Ja, Rindertalg. Also Talg. Von Kühen. Fürs Gesicht. Klingt total bescheuert, ich weiß. Hatte ich auch gedacht.
Aber fangen wir mal vorne an. Also, meine Haut. Im Winter. Eine absolute Katastrophe. Nicht so ein bisschen trocken, sondern richtig. So spannt es, es juckt manchmal, und um die Nase und auf den Wangen wird es einfach schuppig und rot. Wie diese billige Tapete in meiner ersten Studentenbude, die sich an den Kanten gelöst hat. Genau so. Hab alles Mögliche probiert. Diese teuren Cremes aus der Apotheke, die nach Krankenhaus riechen. Hyaluron-Seren, die sich anfühlen, als würde man sich mit Spucke einreiben. Selbst dieses reine Vaseline-Ding, nach dem man aussieht, als hätte man die Fritteuse geleckt. Nichts hat wirklich geholfen. Es war entweder zu fettig und hat Pickel gemacht, oder es ist einfach oben drauf gesessen und nach zwei Stunden war die Trockenheit wieder da. Total frustrierend.
Irgendwann bin ich dann online über diesen Whipped Tallow Balm – Bourbon Vanilla gestolpert. Tallow Balm. Also Talg-Balsam. Auf Etsy. Von so einem kleinen Shop, der das in Frankreich herstellt. Ich habe ewig gescrollt und die Bewertungen gelesen. „Grasgefüttertes Rindernierenfett, zu einer luxuriösen Textur geschlagen.“ Luxuriös. Bei Talg. Okay. Und dann stand da noch was von, dass es dem natürlichen Hauttalg ähnelt und deshalb super einzieht. Für trockene Haut, sensible Haut, sogar bei Ekzemen. Meine Skepsis war riesig. Aber meine Verzweiflung war größer. Also hab ich’s bestellt. Einfach so. Einfach mal gucken.
Warum ich überhaupt Talg für meine Haut probiert habe
Weil nichts anderes ging, ehrlich gesagt. Das ist der ganze Grund. Ich hatte so einen Abend, da hat es im ganzen Gesicht gejuckt und ich dachte nur: Was soll’s. Kann ja nicht schlimmer werden. Und dann habe ich nochmal dieses mit dem Hauttalg gelesen. Dass die Struktur wohl ähnlich ist. Unser Körper macht ja auch so was Fettiges, um sich zu schützen. Da dachte ich mir… na ja, vielleicht ist das gar nicht so abwegig. Vielleicht ist das Problem bei den ganzen Chemie-Cremen, dass meine Haut die einfach nicht erkennt. Und dieses Rinderfett vielleicht schon. Klingt logisch? Keine Ahnung. Klang in dem Moment irgendwie sinnvoll. Vor allem, weil da Bourbon Vanilla als Duft dabei stand. Das klang wenigstens nicht nach Stall. Also dachte ich: Ein Naturprodukt als Feuchtigkeitscreme für trockene Haut, warum nicht. Schlimmstenfalls kann ich es immer noch für die Ellbogen nehmen.
Wie sich dieser Bourbon Vanilla Tallow Balm anfühlt (und riecht)
Als das Glas ankam, war ich… naja, neugierig. Es war in so einem einfachen, kleinen Glas. Sah aus wie feste, weiße Butter. Aber dann mit dem Finger rein. Und die Konsistenz. Die war echt anders. Nicht cremig wie eine Lotion. Sondern… fest, aber sofort weich. Wie sehr, sehr weiche Butter direkt aus dem Kühlschrank. Man nimmt ein bisschen zwischen die Finger und es schmilzt sofort von der Körperwärme. Das war das Erste, was mich umgehauen hat. Diese Textur von geschlagenem Talg ist einfach anders. Nicht fettig-fettig. Sondern… reichhaltig? Reichhaltig trifft es besser.
Und der Geruch. Also, Bourbon Vanilla. Ich hatte Angst, dass es nach Pudding riecht oder so künstlich. Tut es nicht. Es riecht… nach Vanille, ja. Aber nicht aus der Flasche. Eher wie eine alte Holztruhe, in der Vanilleschoten liegen. Warm. Irgendwie beruhigend. Überhaupt nicht aufdringlich. Mein Freund hat gesagt: „Riecht nach Weihnachten, aber ohne Zimt.“ Ja, passt. Ein beruhigender, warmer Duft. Nicht süß. Ein bisschen erdig vielleicht. Schwer zu beschreiben. Aber gut. Auf jeden Fall gut.
Was das Talg mit meiner Haut gemacht hat – meine Routine
Am ersten Abend hab ich es nur ganz dünn aufgetragen. Auf die richtig trockenen, schuppigen Stellen auf den Wangen. Und auf die Lippen, die auch immer aufspringen. Ich dachte, es würde ewig brauchen zum Einziehen. Tat es aber nicht. Das war das Verrückte. Es hat sich einfach… aufgelöst. Nach ein paar Minuten war es weg. Nicht fettig, nicht glänzend. Einfach weg. Meine Haut fühlte sich weich an. Nicht „bedeckt“-weich, sondern von innen weich. Versteht man das? Egal.
Seitdem mache ich das jeden Abend. Nach dem Gesichtwaschen, wenn die Haut noch ein bisschen feucht ist, nehme ich eine erbsengroße Menge, verreibe sie zwischen den Fingern und tupfe sie dann ins Gesicht. Einmassieren geht auch, aber ich tupfe lieber. Und dann kommt noch ein extra Klecks auf die Lippen. Als natürlicher Moisturizer für trockene, sensible Haut ist das einfach unschlagbar. Ich wache morgens auf, und meine Haut spannt nicht mehr. Das hatte ich Jahre nicht. Die Rötungen um die Nase sind viel weniger geworden. Und diese fiesen Trockenheitsschuppen? Weg. Einfach weg. Nach vielleicht einer Woche.
Das Beste sind aber meine Hände. Ich wasche mir ständig die Hände, und im Winter sehen die aus wie Krallen. Rissig, trocken, einfach eklig. Jetzt, bevor ich schlafen gehe, schmiere ich mir einen ordentlichen Klecks dieses Tallow Balms für sehr trockene Haut auf den Handrücken. Zieht ein, hinterlässt keinen Fettfilm auf der Bettdecke, und morgens sind meine Hände… normal. Einfach normale, weiche Hände. Das ist so ein kleiner, aber riesiger Sieg für mich.
Ob ich es wieder kaufen würde (und für wen es was ist)
Ja. Absolut. Ich bin schon beim zweiten Glas. Das erste ist nach gut zwei Monaten fast leer. Ein bisschen geht echt weit. Ich habe meiner Schwester, die auch mit trockener Haut und leichten Ekzemen zu kämpfen hat, auch eines gekauft. Die war am Anfang auch total skeptisch („Du schmierst dir WAS ins Gesicht?“), aber sie schickt mir jetzt auch Nachrichten, wie gut es bei ihr wirkt.
Also, für wen ist das was? Ich denke, für jeden, bei dem die Haut im Winter rebelliert. Wenn normale Cremes nicht einziehen oder nicht helfen. Wenn man etwas Simples, Naturreines sucht. Dieser Bourbon Vanilla Balm ist mein Geheimtipp geworden. Einfach, weil es funktioniert. Kein Schnickschnack, keine 30 Inhaltsstoffe, die keiner aussprechen kann. Nur dieses geschlagene Talg von grasgefütterten Kühen und ätherische Öle für den Duft. Mehr nicht.
Wenn du neugierig bist, schau mal auf Etsy. Der Shop, wo ich meinen her habe, heißt irgendwas mit „FrenchTallow“ oder so. Ich finde die Verlinkung gerade nicht. Aber wenn du nach „Whipped Tallow Bourbon Vanilla“ suchst, findest du ihn schon. Es lohnt sich, ein bisschen zu stöbern.
Kurze Fragen, die mir immer gestellt werden
Ist Rindertalg gut fürs Gesicht? Ja, für mich auf jeden Fall. Weil es unserer Haut ähnelt und deshalb tief einzieht, statt nur eine Schicht draufzulegen. Es ist kein Wundermittel, aber es gibt der Haut einfach zurück, was sie im Winter verliert.
Verstopft Talgbalm die Poren? Bei mir überhaupt nicht. Im Gegenteil. Weil es so gut einzieht, bleibt nichts auf der Haut, das Poren zukleben könnte. Meine Haut atmet besser als mit den fetten Cremes davor.
Wie riecht Bourbon Vanilla Tallow Balm? Nicht süß. Nicht künstlich. Nach warmer, echter Vanille. Ein bisschen wie ein guter Kuchen, bevor er in den Ofen kommt. Sehr beruhigend und dezent. Der Duft verfliegt nach dem Einziehen ziemlich schnell.
Also, das war’s. Mein kleines Talg-Experiment. Hat funktioniert. Meine Haut ist ruhig, ich bin zufrieden. Mehr wollte ich eigentlich nie. Wenn deine Haut auch so komische Sachen macht, probier’s vielleicht einfach mal aus. Kann ja nicht schlimmer sein als diese schuppige Tapeten-Haut.
