Bourbon Vanilla Tallow Balm: Was macht Rinderfett eigentlich mit trockener Haut?
Okay, also. Meine Haut war einfach fertig. So richtig kaputt. Das war im Dezember, glaube ich. Vielleicht auch schon November. Jedenfalls war es dieses fiese, graue Winterwetter, das einem die ganze Feuchtigkeit aus dem Gesicht saugt, und ich saß da mit diesem Gefühl, als wäre mein Gesicht eine alte, rissige Tontopf. So spannte es. Und es juckte manchmal. Komplett bescheuert.
Ich hatte alles durch. Wirklich alles. Diese teure Creme von Clinique, die in dem kleinen, gelben Topf kommt. Nichts passiert. Dann dieses Hyaluron-Serum von The Ordinary, das alle auf TikTok feiern. Fühlte sich an, als würde ich Leim auf mein Gesicht schmieren. Trocknete irgendwie noch mehr aus? Keine Ahnung. Nivea im blauen Büchsen, der Klassiker. Zog ein, ja. Aber eine Stunde später war das Trockenheitsgefühl wieder da. Ich war so genervt. Und meine Hände! Vergiss es. Risse an den Knöcheln, dass es fast blutete. Echt eklig.
Und dann scrollte ich mal wieder sinnlos durch Etsy, auf der Suche nach irgendwas, und stolperte über dieses Tallow Balm. Also Rinderfett. Fürs Gesicht. Mein erster Gedanke: „Ernsthaft? Das klingt… widerlich.“ Ich stellte mir so ein fettiges, stinkendes Glas mit Schmalz vor. Aber die Bewertungen. Die waren anders. Nicht so dieses „ohhhh toll“-Marketing-Geschwafel, sondern Leute, die schrieben: „Habe Neurodermitis, das einzige was hilft“ oder „Meine Haut hat nach 20 Jahren Ruhe gegeben.“ Das machte mich neugierig. Und es roch nach Bourbon Vanille. Klingt blöd, aber der Geruch hat mich überzeugt, es zu probieren. Klingt gemütlich. Also dachte ich mir: Ach, scheiß drauf. Schlimmer kann’s nicht werden. Hab das „Whipped Tallow Balm – Bourbon Vanilla“ bestellt. Von so einem kleinen Shop, der das in Frankreich herstellt.
Wie ich anfing, mir Rinderfett ins Gesicht zu schmieren
Es kam in so einem kleinen Glas an. Sah aus wie eine normale Hautcreme, nur etwas gelblicher. Und der Geruch? Nicht wie Fleisch. Gar nicht. Eher wie… eine richtig gute, alte Vanille-Puddingcreme. Nicht süß, nicht aufdringlich. Einfach warm. Ich roch dran wie ein Verrückter. Mein Freund meinte nur: „Was ist das? Riecht nach Omas Küche.“ Gutes Zeichen, denke ich.
Die Konsistenz war anders. Nicht cremig-fluffig wie aus der Tube. Fester. Aber wenn man mit dem Finger rein geht, wird es sofort weich. Wie kalte Butter, die Zimmertemperatur bekommt. Ich war total skeptisch. Ich nahm eine erbsengroße Menge – so stand es in der Anleitung – und rieb sie zwischen meinen Handflächen. Wurde sofort ölig. Aber nicht fettig-ölig. Sonderbar. Ich tupfte es mir vorsichtig auf die Wangen, die Stirn. Kalt. Das war das Erste. Es fühlte sich kalt an auf der Haut. Und dann, nach vielleicht 20 Sekunden, war es einfach weg. Versunken. Meine Haut fühlte sich nicht fettig an. Sie fühlte sich… still an. So beschreibe ich das. Kein Spannen mehr. Einfach ruhig. Das war der erste verrückte Moment.
Ich dachte mir, okay, vielleicht Einbildung. Vielleicht wollte ich einfach so sehr, dass es funktioniert. Also machte ich weiter. Jeden Abend nach dem Waschen. Manchmal morgens, wenn es besonders kalt war. Und dann passierte etwas. Nach etwa einer Woche. Ich wachte auf und mein Gesicht fühlte sich nicht an wie Pergament. Sondern einfach normal. Das klingt so nichtssagend, aber für mich war das eine Offenbarung. Kein Jucken mehr. Die Rötungen an den Wangenknochen gingen zurück. Langsam. Aber sie gingen.
Hier muss ich kurz abschweifen. Das erinnerte mich an diese Hotel-Seife in Köln vor drei Jahren. Die war so kratzig und trocken, dass meine Hände sofort rissig wurden. Komplett irrelevante Geschichte, aber sie kam mir gerade. Wo war ich? Ach ja.
Warum Rinderfett für die Haut irgendwie Sinn ergibt
Ich hab dann mal nachgelesen. Weil mich das fertig gemacht hat, dass das funktioniert. Das Zeug wird aus dem Fett von grasgefütterten Rindern gemacht. Suet heißt das. Wird gereinigt, geschmolzen und dann zu diesem Balm verarbeitet. Und das Verrückte ist: Die Fettsäuren in Rindertalg sind denen in unserem eigenen Hauttalg verdammt ähnlich. Unser Körper erkennt das quasi. Es ist kein Fremdkörper, der auf der Haut liegt und eine Barriere bildet. Sondern es zieht richtig ein. Tief. Und nährt die Haut von innen. Es ist kein „Feuchtigkeit spenden“ im herkömmlichen Sinn. Es ist mehr ein „Reparieren und die Haut sich selbst heilen lassen“.
Das erklärt, warum es auch bei Sachen wie Schuppenflechte oder extrem rissigen Lippen helfen soll. Die Haut bekommt einfach das, was sie braucht, um sich zu regenerieren. Klingt logisch, wenn man es so hört. Aber wer denkt schon an Rinderfett, wenn er im Drogeriemarkt vor dem Regal mit 500 Feuchtigkeitscremes steht? Eben.
Was dieses Bourbon Vanille Tallow Balm wirklich macht
Es ist nicht magisch. Es macht aus dir nicht über Nacht ein Supermodel. Aber es stellt den Normalzustand wieder her. Meine Haut ist nicht mehr „trocken“. Sie ist einfach Haut. Das ist der größte Unterschied.
Die kleinen Fältchen neben den Augen, die sich im Winter immer so tief eingegraben haben? Sie sind noch da, klar. Aber sie sehen nicht mehr so aus, als wären sie in trockenen Ton geritzt. Sie wirken weicher. Ausgeglichener. Und meine Hände! Das war der Game-Changer. Ich habe mir abends einfach eine größere Portion auf die Hände geschmiert, richtig eingerieben, und bin ins Bett. Kein Vergleich zu dieser Handcreme von Neutrogena, die ich immer benutzt habe. Die war gut, aber dieses Tallow-Ding ist anders. Die Risse an den Knöcheln waren nach drei Tagen einfach zu. Einfach so. Keine Schmerzen mehr beim Händewaschen. Das allein war es wert.
Die Textur ist gewöhnungsbedürftig. Man muss es zwischen den Fingern verflüssigen, sonst lässt es sich nicht gut verteilen. Und ja, wenn man zu viel nimmt, kann es einen leichten Glanz hinterlassen. Aber der ist nach zehn Minuten weg. Es hinterlässt kein fettiges Gefühl. Eher ein geschütztes. So, als ob man einen unsichtbaren, atmungsaktiven Mantel anhat.
Meine Haut nach ein paar Wochen mit dem Tallow Balm
Ich bin jetzt bei meinem zweiten Glas. Das erste hat ewig gehalten, obwohl ich es fast täglich für Gesicht und Hände benutzt habe. Meine Routine ist simpel geworden. Abends: Gesicht waschen, trockentupfen, Tallow Balm drauf. Fertig. Morgens manchmal, wenn ich das Gefühl habe, es braucht es. Mehr nicht.
Das Teuerste daran war die Versandkosten aus Frankreich. Aber das Glas selbst ist voll okay vom Preis her, wenn man bedenkt, wie lange es hält. Und dass ich mir den ganzen anderen Kram nicht mehr kaufe. Diese Seren, Toner, Spezialcremes. Alles weg. Ich habe nur noch das. Und eine milde Reinigung. Das war’s.
Ich war so begeistert, dass ich meiner Mutter eins zu Weihnachten geschenkt habe. Sie hat immer mit trockenen Ellenbogen zu kämpfen. Sie hat mich letzte Woche angerufen und gesagt: „Was ist das für eine Wundercreme?“ Sie schmiert es sich auf die Ellenbogen und Füße. Funktioniert auch da. Ich glaube, das Zeug ist einfach universell. Wo Haut trocken, gereizt oder kaputt ist, hilft es.
Würde ich es nochmal kaufen?
Ja. Ohne zu zögern. Ich habe sogar schon überlegt, das unparfümierte zu probieren, für ganz empfindliche Tage. Aber die Bourbon Vanille ist so unaufdringlich und gemütlich, dass ich wahrscheinlich dabei bleibe. Es riecht einfach nach Zuhause. Nicht nach Parfüm, sondern nach… Trost. Klingt kitschig, ist aber so.
Wenn du also auch so mit trockener Haut im Winter kämpfst, und diese ganzen chemischen Formeln aus der Drogerie bei dir nichts bringen, dann probier es aus. Es ist ein bisschen weird, ja. Sich einzugestehen, dass Rinderfett die Lösung ist. Aber manchmal sind die einfachen, alten Dinge einfach die besten. Die, die wir vergessen haben. Ich bestelle meins immer bei diesem kleinen Etsy-Shop, der es aus Frankreich schickt. Die machen das noch richtig von Hand, in kleinen Chargen. Das merkt man.
Also falls du neugierig bist: Es lohnt sich einen Versuch. Mehr als diese 30-Euro-Creme, die am Ende doch nur Silikone enthält.
Kurze Fragen, die mir immer gestellt werden
Ist Rinderfett gut fürs Gesicht? Ja, komischerweise schon. Weil es, wie gesagt, unserem eigenen Hautfett so ähnlich ist. Es wird nicht als Fremdstoff erkannt, sondern kann richtig einziehen und die Hautbarriere reparieren. Es ist kein neuer Trend, sondern wurde früher schon oft für die Haut verwendet.
Verstopft Tallow Balm die Poren? Eigentlich nicht. Weil es nicht wie eine Vaseline-Schicht auf der Haut liegt, sondern einzieht. Meine Haut ist eher mischig, und ich habe keine neuen Unreinheiten bekommen. Im Gegenteil. Aber wie bei allem: Jede Haut ist anders. Einfach mal an einer kleinen Stelle testen.
Wie riecht das Bourbon Vanille Tallow Balm? Nicht nach Vanille-Eis oder so. Eher nach einer echten Vanilleschote, mit einem warmen, leicht holzigen Touch. Sehr dezent. Nicht süßlich. Mein Freund sagt immer „nach Gebäckteig“. Es riecht auf jeden Fall nicht nach Küche oder Fett. Der Geruch verfliegt auch nach dem Auftragen recht schnell.
So. Das war’s. Meine Haut ist happy, ich bin happy. Mehr wollte ich eigentlich nie. Wenn deine Haut auch so dieses „Winter-Blah“ hat, könnte es einen Versuch wert sein. Ich bleibe auf jeden Fall dabei. Bestelle gleich das nächste Glas.
