Dieses Birnen-Tallowbalsam Zeug? Hat mein Wintergesicht gerettet.
Okay also. Ich hatte das Glas zum ersten Mal aufgemacht, so gegen halb elf abends, nachdem ich den ganzen Tag im trockenen Heizungsluft-Büro gesessen hatte. Mein Gesicht fühlte sich an wie Pergament. Ernsthaft. So knisterig. Ich hatte das Balsam von diesem kleinen Shop auf Etsy bestellt, ‘Whipped Tallow Balm’ in ‘Pear’, also Birne. Klingt komisch, Rindertalg fürs Gesicht, ich weiß. Dachte mir auch: Na mal sehen was das soll. Aber der Winter war einfach zu brutal. Also, Deckel auf. Und dann dieser… Geruch.
Nicht wie Parfüm. Überhaupt nicht. Mehr so… wie wenn du an einer richtig reifen, süßen Birne schnupperst, aber nicht dieses künstliche Bonbon-Ding. Einfach nur fruchtig. Leicht. Irgendwie sauber? Keine Ahnung, wie ich das beschreiben soll. Es roch einfach gut. Nicht aufdringlich. Einfach nur ein bisschen was Frisches. Dieser natürliche Birnenduft im Balsam hat das Ganze irgendwie… weniger seltsam gemacht. Macht Sinn, oder? Wenn du dir Fett ins Gesicht schmierst, willst du nicht, dass es nach nichts riecht. Oder nach Kuh. Dies hier roch einfach nach etwas, das man gerne benutzt. So fing das an.
Warum ich überhaupt auf Tallow gekommen bin
Die ganze Sache mit der Hautpflege geht mir manchmal auf die Nerven. So viele Flaschen. Seren. Dinge, die versprechen, alles zu reparieren, und dann tun sie es nicht. Und im Winter? Vergiss es. Alles was ich hatte, hat nur so auf der Haut gelegen. Oder hat nach fünf Minuten schon wieder gezogen. Meine Hände waren am schlimmsten. Risse an den Knöcheln. Eklig.
Dann bin ich irgendwie in diesem Rabbit Hole gelandet. Tallow. Also ausgelassenes Rinderfett. Klingt total mittelalterlich. Aber die Argumente klangen logisch: Es ist dem natürlichen Hauttalg (Sebum) von uns Menschen sehr ähnlich. Deswegen zieht es wohl richtig tief ein, statt nur eine Schicht draufzulegen. Und dieses hier ist aus grasgefütterten Rindern, in Frankreich hergestellt und dann zu einer luftigen, cremigen Textur geschlagen. ‘Whipped Tallow Balm’. Sah auf den Fotos aus wie eine leichte Creme, nicht wie ein Fettklumpen. Dachte mir: Probieren wir es aus. Was soll schon schiefgehen? Schlimmer als diese rissigen Hände kann es nicht werden.
Hab die kleine Glasdose bestellt. Und dann lag sie da. Auf meinem Nachttisch. Neben meiner halbleeren, teuren Feuchtigkeitscreme, die gerade versagte.
Wie sich dieses Birnen-Balsam anfühlt (und was es tut)
Also, die Textur. Die ist wild. Sie sieht aus wie fest geschlagene Sahne, richtig luftig. Du tauchst mit dem Finger ein und es gibt kaum Widerstand. Aber wenn du es zwischen den Fingern verreibst, wird es sofort warm und fast ölig – aber nicht fettig-fettig. Verstehst du? Es schmilzt einfach. Ich hab’s mir das erste Mal auf die Hände gemacht. Nach dem Aufdrehen des Glases, dieses ganze Ritual.
Kalte Finger, warmes Balsam. Zuerst spürst du diese kühle, weiche Masse. Dann, während du es einreibst, verschwindet es einfach. Wirklich. Kein Film. Kein Glanz. Meine Hände sahen einfach nur… aus wie Hände. Aber sie fühlten sich an wie neu befeuchtete Hände. Weich. Geschmeidig. Diese gespannte, trockene Haut war weg. Und der Geruch war einfach da. Dieser leichte, frische Birnenduft. Nicht süßlich-klebrig, sondern wirklich wie die Schale einer frischen Frucht. Ein natürlicher Birnenduft im Hautpflege-Ritual, sowas hatte ich noch nie.
Das war der Game-Changer. Weil es sich nicht wie eine Behandlung anfühlte. Sondern wie etwas Angenehmes. Ich hab mich nicht geekelt. Ich hab mich gefreut, es zu benutzen. Komisch, oder? Wie ein Geruch so einen Unterschied machen kann.
Meine Routine jetzt? Abends, nach dem Gesicht waschen. Ich nehm’ eine erbsengroße Menge von diesem Birnen-Tallowbalsam, verreib’ sie in meinen Handflächen und drück’ sie dann sanft in mein Gesicht. Besonders auf die Wangen und die Stirn, wo es bei mir immer so spannt. Einatmen. Dieser frische Duft. Es ist ein Moment für mich. Kein Stress. Kein “Mist, ich muss noch cremen”. Sondern: “Ah, okay. Ruhe.” Und dann schlafen gehen, ohne dass alles am Kissen klebt. Morgens manchmal auf die extra trockenen Stellen, bevor ich rausgehe in die Kälte. Es wirkt wie ein Schutzschild.
Meine Haut nach ein paar Wochen mit der Tallow-Pflege
Ich will nicht übertreiben. Es ist kein Wundermittel. Aber. Meine Haut fühlt sich einfach ausgeglichener an. Diese extrem trockenen, schuppigen Stellen an den Wangen? Weg. Die feinen Linien, die sich im Winter immer so tief eingraben? Sie sehen… weniger dramatisch aus. Nicht weg, aber entspannter. Als ob die Haut einfach genug zu trinken hätte.
Das Verrückteste waren meine Ellbogen. Die waren immer rau wie Schmirgelpapier. Egal was ich machte. Jetzt, nachdem ich da abends immer einen Rest vom Balsam draufgeschmiert habe, sind sie weich. Einfach so. Ich checke das manchmal und denke: Wann waren die das letzte Mal so? Keine Ahnung.
Ich habe meiner Schwester davon erzählt. Sie lachte erst. “Tallow? Ernsthaft?” Aber dann hab ich ihr von dem Duft erzählt. Von der Textur. Dass es nicht fettet. Sie hat sich auch eins bestellt, aber in einer anderen Sorte. Wir vergleichen jetzt unsere “Tallow-Erfahrungen”. Lustig.
Ich bin beim zweiten Glas. Das erste ist leer. Ich habe es einfach konseglich benutzt, weil ich mich auf diesen kleinen abendlichen Moment gefreut habe. Auf den Duft. Auf das Gefühl, dass etwas Gutes passiert, ohne Aufwand. Für trockene Haut im Winter war es genau das Richtige. Sogar die leichte Rötung, die ich manchmal hatte, ist zurückgegangen. Keine Ahnung, ob das am Tallow liegt oder daran, dass meine Hautbarriere einfach nicht mehr so gestresst ist. Es geht ihr einfach besser.
Würde ich es nochmal kaufen? Und wo?
Ja, klar. Hab ich ja schon. Die kleine Dose hält ewig, man braucht wirklich nur wenig. Ich hab meins von diesem Etsy-Shop, der sich auf solche natürlichen Tallow-Produkte spezialisiert hat. Die machen das mit Liebe, das merkt man. Die Verpackung war simpel, aber alles war sauber und persönlich, so eine handgeschriebene Karte war dabei. Das mochte ich.
Wenn du also neugierig bist auf diese ganze Tallow-Geschichte, aber denkst “igitt, Fett”, dann probier vielleicht so eine gescentete Variante. Dieser Birnenduft macht es wirklich zu etwas Besonderem. Es fühlt sich nicht nach Medizin an, sondern nach einer kleinen, duftenden Auszeit. Für mich war es der Schlüssel, es überhaupt regelmäßig zu benutzen. Und dann hat die Wirkung überzeugt.
Also ja. Wenn deine Haut im Winter auch so leidet und du das Gefühl hast, nichts dringt ein… vielleicht ist ein gescentetes Tallowbalsam einen Versuch wert. Einfach mal. Mein Gesicht ist jedenfalls froh darüber.
Schnelle Fragen, die mir immer gestellt werden
Ist Rindertalg gut fürs Gesicht? Ja, für viele Leute schon. Weil es, chemisch gesehen, unserem eigenen Hauttalg sehr ähnlich ist. Die Haut erkennt das quasi und kann es gut verarbeiten. Es zieht tief ein und pflegt von innen, statt nur eine Schicht draufzupacken. Besonders bei trockener Haut oder Problemen wie Schuppenflechte (Psoriasis) kann das super helfen.
Verstopft Tallowbalm die Poren? Eigentlich nicht. Ganz im Gegenteil. Weil es so ähnlich ist wie unser eigenes Sebum, kann es die Haut dabei unterstützen, ihre eigene Ölproduktion zu regulieren. Viele mit trockener oder sogar unreiner Haut berichten, dass es hilft. Es ist nicht komedogen. Aber wie bei allem: Einfach mal an einer kleinen Stelle testen.
Wie riecht dieses Birnen-Tallowbalsam? Ehrlich und unperfumt: Nach reifer Birne. Nicht süß-süß oder künstlich. Einfach nach dem natürlichen, frischen Duft der Frucht. Sehr dezent und angenehm. Es überdeckt nicht, es begleitet nur. Dieser leichte, fruchtige Duft macht die Anwendung einfach viel schöner.
