Dieses Birnen-Tallow-Balsam Ding: Was es mit meiner Winterhaut gemacht hat
Okay, also. Es ist halb zehn abends, und ich stehe hier im Bad. Das Licht ist zu hell. Meine Haut fühlt sich an wie Pergament. Echt jetzt. Dieser Winter, oder? Irgendwie habe ich angefangen, dieses Tallow-Balsam-Zeug zu benutzen. Dieses spezielle, mit Birnenduft. Klingt komisch, ich weiß. Rindertalg im Gesicht. Dachte mir auch: Was? Aber meine Hände waren so rissig von der Kälte, und diese teure Creme aus der Drogerie hat genau gar nichts gebracht. Also dachte ich, versuchst du es halt. Jetzt, ein paar Wochen später… ja. Also. Das hier ist keine Anleitung. Eher so: Was ich mache, und warum ich es immer noch mache.
Mein Gesicht ist sauber, das Wasser tropft noch vom Waschbeckenrand. Ich nehme die kleine Glasdose. Sie ist kalt. Immer. Liegt bei mir im ungeheizten Schlafzimmer. Aufmachen. Drin ist diese… Masse. Dick. Wirklich dick. Aber nicht fettig-fettig, verstehst du? Wie sehr kalte, geschlagene Sahne, fast. Riecht… nach Birne. Nicht so künstlich wie Bonbon, mehr so wie diese Birnen-Babybreis, die mein Neffe mag. Leicht. Frisch irgendwie. Ein bisschen süß, aber nicht aufdringlich. Ich hasse Parfümzeug im Gesicht, aber das hier ist okay. Mehr so im Hintergrund.
Ich nehme eine Menge, ungefähr so groß wie eine Erbse. Vielleicht auch zwei. Kommt drauf an, wie sehr sich meine Haut anfühlt wie eine Wüste. Reibe es zwischen den Fingern. Es wird sofort weicher, fast ölig, aber nicht klebrig. Dann einfach ins Gesicht. Wangen, Stirn, so. Besonders um die Augen rum, wo es diese… Linien gibt. Nennen wir sie Lachfalten. Klingt besser.
Wie ich überhaupt auf Tallow für die Haut gekommen bin
Ehrlich gesagt aus Verzweiflung. Das war im Dezember, so um den 10. rum. Minusgrade. Ich hatte diese roten, schuppigen Stellen an den Wangenknochen, und meine normale Creme hat nur so einen Film hinterlassen. Fühlte sich an, als würde sie draufsitzen, nicht eindringen. Total bescheuert. Dann bin ich irgendwie auf diesen kleinen Etsy-Shop gestoßen. Da gab es diesen Balsam, aus geschlagenem Rindertalg von grasgefütterten Kühen, hergestellt in Frankreich. Klingt fancy, war aber nicht super teuer. Der Gedanke: Talg ist unserem eigenen Hauttalg ähnlich. Also soll es gut einziehen und nicht die Poren verstopfen. Klang logisch. Aber auch irgendwie… mittelalterlich. Dachte mir, naja, probierst du es halt. Schlimmer als diese trockenen, brennenden Stellen kann es nicht sein.
Hab die Dose bestellt. War in einer Woche da. Gepackt in so braunes Papier. Sah aus wie selbst gemacht. Und dann der erste Gedanke, als ich es aufmachte: Oh. Riecht ja gar nicht nach Kuh. Sondern nach dieser Birne. Das war schonmal ein Pluspunkt. Der erste Versuch war holprig. Ich hatte zu viel genommen. Fühlte mich an wie ein fettiger Film. Aber am nächsten Morgen? Meine Haut war weich. Nicht glänzend. Weich. Das war der Moment, wo ich dachte: Hm. Vielleicht ist da was dran.
So baue ich den Tallow-Balsam jetzt in meinen Tag ein
Morgens eigentlich nicht. Da bin ich hektisch, Kaffee überall, und ich brauche was Leichtes unter der Sonnencreme. Aber abends? Das ist mein Ritual geworden. Nach der Dusche, wenn die Haut noch ein bisschen feucht ist. Manchmal tröpfel ich noch so ein bisschen Hyaluronsäure-Serum drauf, das ich eh habe. Warte kurz. Dann kommt der Talg. Einfach rein damit. Massiere es ein, bis es weg ist. Es hinterlässt keinen Glanz, mehr so einen… gesunden Schimmer. Nicht fettig. Meine Haut fühlt sich einfach gefüttert an. Satt. Weißt du, wie das ist?
Und dann gibt es noch die anderen Momente. Die, für die es eigentlich gedacht ist. Meine Hände. Nach dem Abwaschen, wenn sie sich anfühlen wie Schmirgelpapier. Da nehm ich einen kleinen Klecks, reibe die Hände damit ein. Besonders die Knöchel und diese Risse neben den Fingernägeln. Es zieht so schnell ein. Kein fettiges Gefühl an der Türklinke. Einfach weg. Und die Haut ist geschmeidig. Seit Wochen keine blutigen Risse mehr. Das ist schon heftig.
Oder die Lippen. Abends, vorm Schlafen, einen winzigen Punkt auf die Lippen. Schmeckt nach… nichts eigentlich. Ein bisschen süß vielleicht. Aber es bleibt da, die ganze Nacht. Kein Aufwachen mit diesen vertrockneten, schuppigen Lippen. Einfach nicht. Mein Freund hat mich letztens gefragt, was ich denn da immer mache, weil meine Haut so "ruhig" aussieht. Hat er gesagt. Ich hab ihm von dem Talg erzählt. Er hat mich angeschaut, als hätte ich gesagt, ich schmiere mir Motoröl ins Gesicht. Aber hey, es funktioniert.
Was nach ein paar Wochen mit meiner Haut passiert ist
Also. Die Sache mit den feinen Linhen. Sie sind nicht weg. Das wäre gelogen. Aber sie sehen… ausgefüllter aus? Weniger tief eingeschnitten. Besonders diese eine zwischen den Augenbrauen, meine "Konzentrationsfalte". Die ist viel weicher geworden. Die allgemeine Trockenheit ist einfach weg. Komplett. Früher habe ich mich mittags immer mit Feuchtigkeits-Spray eingesprüht, weil sich alles so spannt angefühlt hat. Jetzt nicht mehr. Meine Haut fühlt sich einfach normal an. Widerstandsfähiger. Draußen bei der Kälte brennt sie nicht mehr sofort.
Das Seltsamste? Sie ist ausgeglichener. Ich hatte immer so eine Mischhaut, fettige T-Zone, trockene Wangen. Jetzt ist alles einfach… okay. Nicht fettig, nicht trocken. Nur okay. Ich habe keine Ahnung, warum. Vielleicht, weil die Haut nicht mehr so verzweifelt ihre eigenen Öle produzieren muss, wenn sie von außen was Ähnliches bekommt? Keine Ahnung. Klingt logisch. Fühlt sich jedenfalls so an.
Ich bin jetzt bei meiner zweiten Dose. Die erste ist leer. Habe sie in knapp zwei Monaten aufgebraucht, mit täglicher Anwendung im Gesicht und an den Händen. Habe sogar eine für meine Mutter mitbestellt, weil sie immer über ihre trockenen Ellenbogen klagt. Sie fand die Idee auch erst absurd. Jetzt mag sie es. Die Dose steht bei ihr neben dem Bett.
Würde ich es nochmal kaufen? Und wo?
Ja. Ehrlich, ja. Ich habe schon wieder eine auf Lager. Bestellt bei demselben kleinen Shop auf Etsy. Der heißt irgendwas mit "PureSkinCraft" oder so. Findest du schon, wenn du nach "Whipped Tallow Balm Pear" suchst. Es ist kein Wundermittel. Es macht mich nicht zehn Jahre jünger. Aber es löst ein ganz konkretes Problem: diese absolute, gnadenlose Wintertrockenheit. Und zwar so, dass nichts anderes, was ich je probiert habe – und das waren einige teure Tiegel – es geschafft hat.
Es ist einfach nur ein sehr gutes, simples Pflegestück. Ohne hundert Zutaten. Ohne komisches Zeug. Nur dieser Talg, ein paar Öle, und der Birnenduft. Mehr nicht. Manchmal ist das genug. Für mich ist es das auf jeden Fall geworden. Ein fester Teil von dem, was ich abends mache. So wie Zähne putzen. Nur angenehmer.
Wenn deine Haut in diesem Winter auch so einen richtigen Kampf führt, und du dieses Gefühl von "aufsitzen" und nicht einziehen bei Cremes hasst… dann könnte das einen Versuch wert sein. Klingt verrückt. Ist es vielleicht auch ein bisschen. Aber manchmal funktionieren die verrückten Dinge einfach.
Kurze Fragen, die mir immer gestellt werden
Ist Rindertalg gut fürs Gesicht? Für mich ja, auf jeden Fall. Wie gesagt, es ist unserem eigenen Hauttalg ähnlich. Die Haut erkennt das quasi und weiß, was sie damit machen soll. Es dringt echt tief ein und stopft die Haut sozusagen von innen mit Fett. Klingt eklig, fühlt sich aber gut an.
Verstopft Tallow-Balsam die Poren? Überhaupt nicht. Im Gegenteil. Weil es so ähnlich ist wie unser eigenes Zeug, zieht es komplett ein und hinterlässt keinen Film. Meine Haut atmet besser als mit diesen Silikon-basierten Cremes. Keine neuen Unreinheiten seit ich es benutze.
Wie riecht das Birnen-Tallow Balsam? Nicht nach Kuh. Wirklich nicht. Nach reifer Birne, aber nicht aufdringlich süß. Mehr so frisch und leicht. Der Duft verfliegt nach dem Einreiben ziemlich schnell. Ist nur so ein netter Moment, wenn man die Dose aufmacht.
