Lavendel Tallow Balm: Was wirklich mit meiner Winterhaut passiert ist
Okay, also. Meine Haut war einfach fertig. So richtig. Letzten Dezember, oder war es schon Januar? Jedenfalls dieses ekelhafte Grau draußen, die Heizungsluft drinnen – mein Gesicht fühlte sich an wie Pergament. Aber nicht das schöne, alte. Sondern so trocken, dass es fast knackt, wenn ich blinzle. Und meine Hände? Vergiss es. Risse an den Knöcheln, die einfach nicht weggehen wollten. Ich hatte diese eine Creme von der Apotheke, die rosa Verpackung hat, weißt du? Nichts. Dann dieses teure Serum, das nach nichts riecht und 50 Euro kostet. Auch nichts. Irgendwann saß ich da, es war spät, so halb elf, und ich hab einfach nur noch genervt auf mein Handy gestarrt. Und dann bin ich über diesen Etsy-Shop gestolpert. Da ging es um Tallow. Rindertalg. Aufs Gesicht. Mein erster Gedanke: Ernsthaft? Fett? Das klingt… naja. Aber ich war so verzweifelt, ich hab einfach auf „In den Warenkorb“ geklickt. Die Whipped Tallow Balm mit Lavendel. Aus Frankreich, von grasgefütterten Rindern, alles sehr… spezifisch. Ich dachte mir, entweder das ist der größte Quatsch oder es funktioniert. Es war Dienstag, glaube ich.
Wie ich überhaupt auf die Idee mit Tallow kam
Ganz ehrlich, ich wusste nicht mal, was Tallow ist. Dachte an Kerzen oder so. Aber dann hab ich mich, während ich auf die Lieferung gewartet habe, ein bisschen reingelesen. Es ist im Grunde gereinigtes Rinderfett. Klingt eklig, ich weiß. Aber der Punkt ist: Die Fettsäuren darin sollen denen in unserem eigenen Hauttalg sehr ähnlich sein. Unser Körper erkennt das quasi, deswegen zieht es so tief ein und verstopft die Poren nicht so leicht wie manche anderen Fette. Das hat für mich Sinn ergeben. Irgendwie. Mein Hirn war trotzdem noch bei „du wirst gleich Rinderfett im Gesicht haben“. Die Lieferung kam an einem Freitag. Die Dose war klein, unscheinbar. Ich hab sie aufgemacht. Die Konsistenz war… anders. Nicht cremig wie eine Lotion. Mehr wie eine feste, aber weiche Masse, die sich sofort auf der Haut erwärmt und fast verschmilzt. Man muss wirklich nur winzig wenig nehmen. Und der Geruch? Lavendel. Aber nicht dieser aggressive, künstliche Duft aus dem Drogerieregal. Sondern so ein beruhigender, krautiger, fast ein bisschen erdiger Lavendel. Nicht süß. Einfach nur… ruhig. Ich hab mich getraut. Nach der Gesichtsreinigung einen winzigen Klecks zwischen den Fingern verrieben und vorsichtig eingearbeitet.
Die erste Woche mit dem Tallow Balm
Ich hatte keine großen Erwartungen. Eigentlich dachte ich, ich wache mit Pickeln auf. Das Gegenteil war der Fall. Meine Haut fühlte sich morgens einfach nur weich an. Nicht fettig. Weich. Dieser schlimme, spanende, trockene Gefühl war einfach weg. Komplett. Das war der erste, große Aha-Moment. Ich hab das Zeug dann auch an meinen Händen ausprobiert, nach dem Abwaschen. Die rissigen Knöchel. Ich schwöre, innerhalb von zwei Tagen waren die Risse nicht mehr so tief, nach einer Woche praktisch weg. Das hatte keine Handcreme von Nivea, Balea oder selbst die von Neutrogena geschafft. Die sind immer nur kurzzeitig weich, aber heilen nichts. Das hier fühlte sich an wie eine Reparatur. Mein Freund hat mich komisch angeschaut, als er die Dose gesehen hat. „Was ist das?“ – „Rinderfett.“ – „…für dich? Zum Essen?“ – „Nein, für mein Gesicht.“ Er hat den Kopf geschüttelt. Bis ich ihm was auf die Hände geschmiert hab, nachdem er im Garten war. Jetzt fragt er manchmal danach. So nebenbei. Das ist das Lustige.
Ich muss hier mal kurz abschweifen – das erinnert mich an etwas. Letztens war ich bei meiner Schwester und ihre Haut sah auch so aus, wie meine vorher. Sie hat gefragt, was ich mache. Ich hab’s ihr erzählt. Sie so: „Tallow? Ist das nicht dieses Urzeugs, mit dem die Großmütter eingefettet haben?“ Und ja, vielleicht genau das ist es. Manchmal sind die alten, simplen Dinge einfach nicht schlecht. Sie hat sich auch eine Dose bestellt. Wir sind jetzt so eine kleine Tallow-Clique. Komisch, wenn man das laut sagt.
Warum ausgerechnet Lavendel für mich passt
Die Sache mit dem Lavendel-Duft ist ein eigenes Kapitel. Ich hatte eigentlich nur die „beruhigende“ Wirkung im Sinn, wegen meiner Haut. Aber der Geruch ist so viel mehr als nur ein Duft. Ich mach das Licht aus, schmier mir das Balm ins Gesicht, und dieser sanfte, natürliche Lavendelduft liegt in der Luft. Es ist kein Parfüm, das aufdringlich ist. Es ist einfach da. Und es signalisiert meinem Kopf: Feierabend. Schlafenszeit. Runterkommen. Ich hatte vorher nie eine Nachtcreme mit so einem Effekt. Die sind alle entweder geruchlos oder riechen nach Chemie. Das hier fühlt sich an wie ein kleines Ritual. Ein bisschen Selbstfürsorge, die wirklich was bringt. Nicht nur ein leeres Versprechen auf der Verpackung. Für trockene Haut im Winter ist das eine Offenbarung, weil es nicht nur eine Barriere draufsetzt, sondern wirklich einzieht und nährt. Meine Wangen sind nicht mehr rot und gereizt. Meine Stirn nicht mehr schuppig. Es ist schwer zu beschreiben. Es ist einfach… gut.
Würde ich den Tallow Balm nochmal kaufen?
Kurze Antwort: Ja. Ich bin bei meiner zweiten Dose. Die erste hat ewig gehalten, weil man so wenig braucht. Ich benutz es fast jeden Abend. Manchmal morgens, wenn es wirklich bitterkalt ist, auch mal eine Mini-Portion. Meine Haut ist einfach ausgeglichen. Sie sieht gesund aus. Nicht glänzend oder fettig, sondern einfach mit einer gesunden Ausstrahlung. Das klingt jetzt vielleicht kitschig, aber es ist so. Ich trage kaum noch Foundation, weil ich es nicht brauche. Das spart auf Dause auch Geld, trotz der Anschaffungskosten für das Balm. Ich hab das Gefühl, ich habe endlich etwas gefunden, das für meine natürliche Hautpflege wirklich funktioniert. Es ist kein Wundermittel gegen Falten oder so, darum geht es mir nicht. Es ist ein fundamentales Pflegemittel, das die Hautbarriere stärkt. Und das ist alles, was ich im Winter wollte.
Wenn du also auch so mit trockener Haut, rissigen Händen oder diesem allgemeinen Winter-Unwohlsein der Haut kämpfst – und du bist neugierig auf diesen ganzen Tallow-Hype – dann kann ich nur sagen: Probier es aus. Es ist erstmal gewöhnungsbedürftig, die Idee. Aber die Ergebnisse haben mich absolut überzeugt. Ich hab meins von diesem kleinen französischen Shop auf Etsy. Die machen nichts anderes und man merkt, dass sie sich auskennen. Also ja. Das war’s. Meine Haut ist happy, ich bin happy. Mehr will ich gar nicht.
Kurze Fragen, die mir immer gestellt werden
Ist Rindertalg gut fürs Gesicht? Für mich ja, definitiv. Weil die Fette unserem eigenen Hauttalg so ähnlich sind, erkennt die Haut das und nimmt es gut an. Es erstickt die Haut nicht, sondern pflegt sie von innen heraus. Klingt komisch, ist aber so.
Verstopft Tallow Balm die Poren? Überraschenderweise nein, zumindest bei mir nicht. Im Gegenteil. Weil es so gut einzieht und die Haut ausbalanciert, hatte ich sogar weniger Unreinheiten. Aber Haut ist immer unterschiedlich, also vorsichtig austesten.
Wie riecht der Lavendel Tallow Balm? Nach echtem Lavendel. Nicht süß oder parfümiert, sondern krautig, beruhigend und ein bisschen erdig. Es riecht nach Ruhe. Nicht nach einer Parfümerie. Find ich perfekt für abends.
